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alteisentreiber.de - oleider Reisebericht, Eindrycke eines Novizen

 

 

oleider Reisebericht, Eindrycke eines Novizen

 

Eieiei, ganz wuschig und leicht aufgedreht ob der Vorfreude ging's Dienstags an's Packen. Gar nicht so leicht, was nimmt man mit, was lässt man da? Da ich sowieso weicheiend einen Platz in der Hytte dem zwar wyrdigeren, aber meiner Gesundheit weit weniger zuträglichem Gezelte den Vortritt gelassen habe, braucht's das ganze Campinggerödel schon mal nicht. Winterschlafsack und Biwaksack für den Notfall muss langen und kömmt auf jeden Fall mit. Untergewand in doppelter Ausführung (bin da gezeichnet von einem damaligen Abflug in einen Bach), Sonntagsnachmittagsausgehklamotten bleiben da, zweites Paar Winterstiefel muss mit.
Das Schlimmste und Zeitraubenste ist aber die Sammlung an Kleinteilen fyr den Tankrucksack und die Werkzeugkiste, so hab ich Trottel doch auch prompt dieses geniale Trotteldings fyr den Gasgriff vergessen, und das wäre nun ungemein praktisch gewesen - na, egal, auf jeden Fall hab ich mir für Mittwochs morgens noch was vom Mittagessen ybrig gelassen um gleich gut gekräftigt die erste Etappe gen Freising anzugehen - aber das Reisefieber ließ mich ausser zwei Pötten Kaffee morgens nix runterbringen.

Auf geht's, schnell noch eine Kippe und ein Photon vor der Abreise...

War's Anfangs noch frostig und bewölkt, sollte sich der Zustand aber baldigst ändern - Bewölkung blieb, aber es fing wärend der Fahrt an zu regnen und sollte bis zum Etappenende nicht mehr aufhören - geleitet von Rudis elektronischem garminischen Wegbereiterknecht war wenigstens die Wegfindung problemlos. Noch mal herzlichen Dank fyr die Aussleihung und dem Olly fyr die Zimmerreservierung!
Im Hotelzimmer dann ob mangelnder Aufhängmöglichkeit nassem Mopettengewands dann auch prompt die Dybel der Vorhangschiene leicht rausgerupft - nasse, Trocknung benötigende Mopedklamotten sind nun mal schwer ;)

Donnerstag um fünf klingelt der Wecker.
Heute die zweite Etappe gen TT! Freu mich riesig!
Um 6.15 mit Olly und Michael auf ihren russischen Streitrössern verabredet, möchte ich nicht bummeln, viertel vor sechs sitze ich auf dem Bock und gehe die Fahrt zum Treffpunkt an - fünf nach sechs bin ich da, Nebel und Frost, niemand zu sehen, erst mal 'ne Kippe...
Hmm. Fünf vor halb sieben. Immer noch niemand. Jetzt beginne ich das erste mal ein tragbares Telefon zu vermissen - Moped an, noch mal gen Freising rein, nix, wieder zuryck, nix, die Russenhobel werden doch nicht schon vor Abreise gestorben sein? Wieder zuryck, nix, mann, dann eben mal zur anderen Seite, bo ey, düster wie in 'nem Bärenarsch, Glatteis, gefrierender Nebel und Sichtweite unter zehn Metern, schlängelige Straßen, die Kilometers bis zum nächsten Ort - Fahrerei im Schritttempo - logisch, auch da ist niemand. Die Uhr zeigt kurz vor sieben.
(Wie sich später herausstellte gibt's wohl deren zwei Freisinger Straßen, und vor jeder Hausnummer 10 gibt's einen wyrdigen Versammlungsplatz)
Noch mal zuryck? Allein die Fahrt in den Ort in dem ich jetzt bin war reine Quälerei bei den Sichtverhältnissen, nix da, ist eh schon so spät, fahr ich halt allein, bin ja erwachsen und die anderen auch. Bin eh der Langsamste, die anderen - so sie denn noch hinter mir - werden mich vielleicht unterwegs finden.
Nach guten 15 Minuten sichtlosem Kradierens hab ich allerdings die Schnauze derartig voll, dass ich die Option "Autobahnen vermeiden" aus dem Wegbereiterknecht rausschmeisse und mir den direkten Weg vornehme.
In der Nebelsuppe sieht man von der Landschaft eh nix, und so allein ist die Krebserei mit dem Diesel durch die fast unsichtbaren Käffer auch nicht der Bringer, die Bahn verspricht immerhin Vollgaaas!
Auf der Bahn dann ging's wieder Erwarten richtig gut voran, die Lkw waren zwar einen Tuppen schneller, aber oleides Krad hielt den Verkehrsfluss dennoch nicht wirklich auf; kurz hinter Passau ab und ein Autobahnpickerl für Österreichien an die mühsam entfettete Gabel gepappt und weiter. Die Hoffnung, die Berge so langsam näher kommen zu sehen konnte ich mir abschminken, der Nebel hielt sich leider zäh.
Erst hinter dem zusätzlich mautpflichtigen Pyrntunnel bei der Einfahrt in die Steiermark klarte das Wetter auf, die Sonne kam raus und entfaltete das erste Mal die Pracht der schneebedeckten Berge!

(Bild ist allerdings von der Edelrautenhytte am Zielort entstanden ;)

Abfahrt zur sonnigen Mittagszeit in Trieben, leichter Frost, erst mal beim örtlichen Edekamarkt Grillkohlen fyr den wyrdigen AIA-Grill bunkern und Grillgut einholen - jetzt auf zum letzten Stück gen Hohentauern!

Eieiei, der "Aufstieg" von Trieben nach Hohentauern hat's echt in sich, obzwar gestreut, so doch von yberfrierender Nässe gezeichnet (und das mit dem guten Avon hinten ;) , dazu mit einer Steigung die ich bis dato nur auf Kurzstrecken von ein paar hundert Metern kannte, die letzten Kilometers zum Ort gingen dann auch tatsächlich nur im (gottseidank extrakurzem) ersten Gang zwischen 20 und 25 km/h... - hier ahnte ich bereits das die 11 dieseligen Pferde bestimmt noch an ihre Grenzen gelangen würden... aber egal, hach, hier ist ja schon der Parkplatz in Hohentauern, keine blöden Experimente, erst mal oleides Krad in ein Kettenfahrzeug verwandeln...

Jetzt gilt's :)

Jetzt ging's auf reiner Schneefahrbahn weiter, links und rechts Schnee, Natur und Aussicht, von oben Sonne, unten hämmert der Diesel fröhlich sein Lied, ich bin im Urlaub, Herz, was willst du mehr...


Aus Hohentauern raus gen Mautstation...

Entlang des Wegs... mit Loipenquerung...

Da ist auch schon die Mautstation für die allerletzten vier oder fünf Kilometers... Bald da, hier bin ich richtig!


Sodenn hier an der Mautstation die zwei Euros für's gesamte Treffen gezahlt, nun gehts auf den letzten Weg yber den gar schaurige Gruselgeschichten erzählt werden, von platzenden Motoren, zerbröselten Getrieben oder sonstigem... - keine Ahnung was die alle haben, geht doch prima...zwar steil, ja, aber im ersten Gang immer schön auf Drehzahl flutscht das ausgezeichnet, unterwegs treffe ich Matthias, der sich mit einem Fahrrad mit einem 36ccm-Rex-Anbaumotörchen mit einem halben Ps schiebenderweise den Berg raufmüht.

Rückblick zur Mautstation


Freundlich wie ja nu meine Art, biete ich ihm an, ihn in`'s Schlepptau zu nehmen, klappt auch die ersten zwei Meter, dann allerdings musste ich erkennen dass die Kraft wohl gerade so für Krad und mich ausreicht...
Na denn, alleine weiter, Jung, gib Gaaas!

Sacknochmal, das wird ja immer steiler, und dann diese fiesen engen Serpentinenkurven - die Dieselfahrers wissen zu genau was es heisst vom Gas zu gehen, ist tödlich - so kahm's natyrlich wie's kommen musste, irgendwann lag der Geruch von kochendem Öl in der Luft, hilft ja nix, weiter, immer weiter, zu Ruhm und Ehr hatzianischer Enfield, nicht stehenbleiben...bis dann die Zyndungen nur noch im Sekundentakt zu zählen waren und ein leichter Rückenwind schwarze, mit Flocken durchsetzte Qualmwolken des Oleiden Haupt umwölken liessen, die Luft nach schwelenden Kerzen wie in alten Kirchen roch und oleides Gefährt mit einem letzten Schnaufer den Dienst aufgab...

Absteigen, Fuhre in die Schneewand hängen damit's nicht wieder bergab geht, (nur ein seichter Wind ist zu hören und das leichte Brodeln siedenden Öls), erst mal wieder starten und die Maschine im Leerlauf tuckern lassen um yerschyssige Hitz abzulassen, kann ja nich mehr weit sein.
Weicher Grund, Schneeketten und irre Steigungen sind für 11 Pferde grenzwertig.

Sodenn, auf ein Neues...aufsitzen, Maschin auf Vollgas bringen (Stationärdiesel, das geht...) und langsam Kupplung los... - geht - zäh drehend und qualmend wie eine Dampflock schafft das brave Gefährt die nächsten vielleicht zweihundert Meter, die nächste Kehre, eieiei, die Rampe ist ja noch steiler, pot-pot-pot un aus...
Absitzen, Maschin sichern, leerlaufsuchen, Hitz raustuckern lassen.
Na klasse.
Weiter.
Vollgas, Kupplung, nebenherlaufen, Mist, so schnell laufen in den dicken Klamotten kann ich nicht lange, aufspringen, fährt noch, Kehre geschafft, nächste... aus.
Nochmal das ybliche Spiel.
Ich schwitz wie die Sau.
Die dünne Luft hier oben fordert ihren Tribut.
So langsam mengt sich in die schweröligen olfaktorischen Genysse auch der Geruch von yberhitzten Kupplungsbelägen - weiter, muss gehen, wäre doch gelutscht...
Vollgas, Kupplung, laufen, aufspringen, da hinten wird's heller...und tatsächlich, sonnendurchflutet liegt der Zeltplatz vor mir, allein das Empfangskomitee fehlt, ich bin alleinigst der Erste.
So klopf ich mir denn auch selbst auf die Schulter und tätschle braves Dieselross, welches sich weiterpöttelnd myht wieder auf Normaltemperaturen runterzukommen - genauso wie sein Eigner, der schnaufend wie weiland das Krad danebensteht und selbiges durch Abwurf einiger Kleidungsstücke versucht.
Muss mich was bewegen. So wandere ich also den Weg zuryck und helfe Matthias beim Fahrrad schieben, hab ja eh nix anderes zu tun, aber das schlaucht gewaltig, zumal ich die dicke Mopedhose und die Yberschühlein diewo ja ohne Profil sind noch anhaben tu...

Den Versuch die letzten 500m gen Edelrautenhytte per Krad zu yberwinden gab ich dann nach 20 Metern erfolgreich auf, zu steil, tiefer Schnee und zu wenig Pferde unter'm Arsch... Schlitten runter, Gepäck drauf und hochgezogen das Glump, bin da!

Das Notfallzimmer, klein aber fein und völlig ausreichend, von mir und Matthias belegt, natürlich nur mit der Option, das Teil sofort zu räumen und in's Massenquartier umzuziehen falls wer krank wird und der Zelterei nicht mehr gefahrlos mächtig...

Der Blick von der Hytte, Wind kommt auf...


Erst mal was essen, ein Bier, erste Gespräche und gut pennen...

Die nächsten Tage waren angefüllt mit netten Gesprächen yber ditt un datt, Wanderungen im Schnee, Bestaunung der wyrdigen Winterkräder, Grillerei und Müssiggang, eben mit richtigem Urlaub!

Der Blick auf den wyrdigen Zeltplatz.

das Herzstück, das AIA-Zelt.

Mann der ersten Stunde...

AIA-Luxusgrill, Edelstahl.

Das diensthabende Begryssungskomitee beim Plausch.

Geht doch, Justus' 42er Harley solo und wyrdig an die Kette gelegt.

Besagtes Fahrrad mit Rexmotörchen nach einer Schneenacht.

Geraucht wurde selbstverständlich auch...

Feine Dunapf-Guzzi.

Auch eine benzinverbrennende Enfield mag bei den Temperaturen einen Windschutz...

Wenig Platz hällt warm.

Die Damenwelt arbeitete mit Muskelkraft, wärend der faule Sack von Oleid sich eher auf die Reste von Akkustrom gepaart mit Startpilot verlies.

war aber auch teils kräftig kalt.

Sehr fein war darüber hinaus das Schlittenrennen, obzwar die Zahl der Teilnehmer (nur deren Fünfe) bei einer Besuchsstärke des TT von annähernd 100 Personen eher als "bescheiden" zu bezeichnen war, meine Herren, das muss sich ändern!
Obwohl ja so ein Rennen dem eigentlichen Charakter des TTs nun völlig wiederspricht, wie ich erfahren musste. Anfangs noch in Pole-Position, verhaspelte sich der Oleid in einer engen Kurve und wurde in die Bankette gedrängt wo er auch noch stürzte, dieses wurde von seinen Kontrahenden gnadenlos ausgenutzt, die ohne Rycksicht an ihm vorbeizogen, in wilder Jagd hechtete er hinterher (bin ich hier tatsächlich mit dem Moped 'raufgekommen?) zog nochmal an einigen Bummelanten vorbei um erneut zu Fall zu kommen - bei der letzten wilden Aufholjagd immerhin noch Dritter!

Nee, wat können vier Kilometers lang sein. An manchen Stellen ist mir echt die Muffe gegangen, so schnell war ich zuletzt als Grosszwerg auf dem Schlitten unterwegs - und unten hatte es 'nen Auslauf statt Kurven. Meine Bauchmuskeln, meine Oberschenkel, mein Nacken...


Ollys Krad, mein Taxi wieder nach oben (incl. wilder Turnung auf dem Soziussitz, auch Benziner, und fordern sie auch sonst eher die "ruhige hand" muss man sie hochwärts bis zum Platz auf gnadenlosen Drehzahlen halten), dorten dann folfgerichtig auch nett nach heissem Öl duftend.

Hab mein Krad aber nicht nochmal runtergeschickt. Ist doch zu hart für's schwächliche Moped (und den Fahrer) - da wieder raufzuklimmen, einmal hat mir echt genügt. Bin dann lieber noch mal mit dem Schlitten los und gen Hohentauern gelatscht, immer in der Hoffnung ein dreirädriges Taxi zu ergattern... da aber viele auf Ausfahrt waren war's nix, also wieder die Kilometers zurück zur Mautstation.
Dort auf den Sepp gestossen, brave Gummikuh - was so ein paar mehrPS doch ausmachen, hat schätzungsweise nur die halbe Zeit im Vergleich zur Knural gedauert...alles was geht :) Sehr fein, das!

Zeltpackerei

Leichte Schneeverwehungen auf dem Instrumentarium.

Ein letzter Blick...und los!

So denn, 56o km liegen laut Navi vor mir, die Luft ist kalt aber niederschlagsfrei, schaun mer mal wie weit wir kömmen und dann wird zwischendurch genächtigt, das Dieselvieh läuft als Gespann ja nur 75...dauert a weng.

Hab mich verabschiedet, noch mal explizit dem Andreas für das tolle Wochenende gedankt, dann noch mal die Schneeabfahrt genossen, Mopette entkettet noch mal in Trieben vollgetankt und hab mich zwecks Kilometerfressung gleich auf die Bahn begeben. Immerhin Sonntag, keine Lasters auf der Piste und alle anderen sind eh schneller, kann ich schön durch die Gegend gucken...was soll ich sagen, hab mich erholt, war noch angefyllt der Eindrücke, Moped schnurrt, Wetter passt und so kahm's zur sogenannten Mopettentrance - einfach sitzenbleiben, die halbvolle Blase ignorieren und einfach weiterfahren - hab nach 5 Stunden das erste mal kurz pausiert, uri- und nikotiniert, mit den Gedanken schon wieder auf dem Krad, weiter, weiter, bin dann tatsächlich nach 9 Stunden strammen Kradierens in einem Rutsch durchgebraten, abends kurz vor Sieben aufgeschlagen, unterbrochen nur noch von zweimalige Ölnachfüllen weil sich eine Stösseldichtung wohl beleidigt fühlte...

...hat vorher nur leicht geschwitzt, ach macht ja nix, die letzten 150 Kilometers hat's dann einen öligen Liter gebraucht.

Fazit:

Es gibt nix Schöneres als mit drei Rädern im Winter unterwegs zu sein. Wirklich nix.
Ich möchte allen denen danken die mich dieses Wochenende in dauerhafter Erinnerung behalten lassen.
Sooo viele angenehme Leute kennengelernt, so viel neue Eindrücke gesammelt, da werde ich noch lange von zehren.

So gehabet euch wohl und nochmal ein kräftiges Dankeschön!
Bis zum nächsten Mal


Eines noch nachgeschoben - zum TT werd ich wohl nicht mehr den DD nehmen. Ist ja nicht wie bei Mathias' Fahrrad, welches sich so einfach den Berg raufschieben lässt , die Kiste hat - trotz leichtem Gepäcks - nicht genug Pfeffer um den Berg mit Ketten in weichem Geläuf zu bezwingen. Ist einfach so. Wenn's Hinterrad durchdrehen würde und ich so hängenbliebe wär's ja was anderes, aber das Dieselvieh wird tatsächlich ob der Beanspruchung einfach X-mal abgewürgt, muss man ja nicht mit Gewalt kaputtmachen.

In der Garaasch steht allerdings noch eine 535er benzinbefeuerte Enfield mit ordentlich Pferden van mien Fruh, die fährt im Winter eh nicht...
Zaghaft angefragt ob man da nicht Anschlysse für den Seitenwagen... Mal schauen. Evt. heimlich ;)

Zu guter Letzt gibt es ...hier... ein kurzes Video vom Aufbruch.

Gruss Bert
_________________

Indogermanischer Rapsölmafiosi

 


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